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Der Euro, Europa und Spanien

Zerbricht der Euro an der Schuldenkrise südeuropäischer Staaten? Sind neben Griechenland und Portugal vor allem Spanien und Italien Schuld an der wirtschaftlichen und politischen Krise in Europa? Oder sollte vielmehr Deutschland aus der Euro-Zone ausgeschlossen werden? Mit Sicherheit hat Spanien wirtschaftliche Reformen zu bewältigen. Die Staatsverschuldung muß gesenkt werden. Unnötige Ausgaben des Staates sind zu vermeiden und die Einnahmen müssen erhöht werden. Allerdings sollte man sich auch nicht zu Tode sparen. Ein Sparen an nötigen Investitionen - z.B. Bildung und Infrastruktur - kann mittel- und langfristig zu einer weiteren Schwächung der Gesamtwirtschaft führen. Es sinken die eingenommenen Steuern und die Arbeitslosenquote steigt weiter. Ein solches Szenario sollte unter allen Umständen vermieden werden. In Spanien und anderen Ländern Südeuropas wird man erkennen müssen, dass man in der Vergangenheit über die Verhältnisse gelebt hat. Die Zeiten des Immobilienbooms sind vorbei. Früher konnte man am Bau sehr gut verdienen und ein Arbeiter sah oft keinen Grund für eine qualifizierende Weiterbildung. Im Jahre 2011 klagen sehr viele junge Menschen mit bester Ausbildung über Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Es werden Sprachkurse belegt und eine Auswanderung in den Norden von Europa geplant.

Kann Spanien die Krise alleine bewältigen? Oder handelt es sich um eine Gesamteuropäische Krise? Reift in Europa ein gesamteuropäisches Bewußtsein? Betrachtet man Krise als Chance? Sieht man die Lage Europas in der globalisierten Welt und vergleicht die europäischen Staaten vor allem mit den aufsteigenden asiatischen Mächten wie China und Indien mit jeweils mehr als einer Milliarde Menschen, gibt es dann wirklich eine Alternative zur europäischen Einigung? Welche wirtschaftliche Bedeutung in der Welt hat ein kleiner oder mittelgroßer europäischer Staat, sofern er keine Natürschätze besitzt und nicht parasitär veranlagt ist? Politisch ist Europa bereits jetzt eher unbedeutend im Spiel der Mächte zwischen den USA, Russland und China und den aufsteigenden Mächten.

Das Zusammenwachsen von Europa kann man auch im Dienstleitungssektor beobachten, z.B bei Privatversicherungen. Nur als politische und wirtschaftliche Union kann Europa wachsen und ein Gewicht in der globalisierten Welt gewinnen. Bayern stützt Bremen und das Saarland und profitiert davon in einem geeinten Deutschland seinen Platz zu haben. Ebenso wird Deutschland davon profitieren, Staaten wie Spanien und Italien zu unterstützen. Nur in einem geeinten Europa wird Deutschland wirtschaftliche Stärke entfalten können und politisch nicht völlig marginalisiert werden. Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft. Wenn das Haus des Nachbarn brennt, dann beklagt man sich ja auch nicht zuerst über einen mangelhaften Brandschutz und beschimpft den Nachbarn, um anschließend Bedingungen für eine Hilfe zu stellen. Als Gemeinschaft steht man zusammen, man betrachtet Krisen als Chance und wächst an Herausforderungen...

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Copyright 2005 Jörg Kilian